Agrovina - Conférences scientifiques

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23. Schweizerischer Obstkulturtag  

Der 23. Schweizerische Obstkulturtag fand am Dienstag, 27. Januar 2026, von 08.30 bis 11.30 Uhr in Martigny im Rahmen der Agrovina statt. Die von Agroscope organisierte und von Schweizer Organisationen der Obstbranche unterstützte Vortragsreihe brachte Fachleute aus der Schweiz und Frankreich zusammen, die ihre aktuellen Forschungsergebnisse zum Thema Kernobst vorstellten.

Unter dem Leitthema „Innovationen mit Weitblick für die Konsumenten von morgen“ lag insbesondere die zentralen Fragen des Pflanzenschutzes im Obstbau im Fokus. In verschiedenen Referaten wurden sowohl die Chancen neuer Infrastrukturen zum Schutz gegen Witterungsereignisse und Insekten als auch die Risiken im Zusammenhang mit neu auftretenden Schädlingen beleuchtet.

Die technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen in der Kernobstproduktion sind vielfältig: So verspricht der Vortrag zur Kernobstproduktion im Südosten Frankreichs interessante Einblicke, ebenso wie die Ausführungen zu den Erwartungen der Obstkonsumenten. Den Abschluss endete mit eine Diskussionsrunde, in der Vertreterinnen und Vertreter der gesamten Obstbranche der folgenden Frage nachgehen: „Diversifizierung der Kulturen oder der Vertriebskanäle – welche Ansätze können helfen, die Verbraucher zurückzugewinnen?“

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Schweizerische Weinbautagung

Der Schweizerische Weinbautagung fand am Mittwoch, 28. Januar 2026, im Rahmen der Messe Agrovina statt.

Aktuelles zum Pflanzenschutz
Pierre-Henri Dubuis & Christian Linder
Klimatische Ereignisse, Pilz- und Bakterienkrankheiten, Viren und Insekten, die den Weinbau im Jahr 2025 beeinträchtigt haben, wurden in dieser Jahresbilanz kurz zusammengefasst, um einen Überblick über die wichtigsten pflanzengesundheitlichen Herausforderungen gibt, mit denen der Weinbau regelmässig konfrontiert ist.

Der japanische Käfer – eine Bedrohung für den Weinbau?
Patrik Kehrli & Attilio Rizzoli, Agroscope
Der Japanische Käfer (Popillia japonica) ist ein vorrangiger Quarantäneorganismus, der aus Nordostasien stammt und seit 2017 in der Schweiz vorkommt. Dieser Käfer befällt mehr als 400 Pflanzenarten und stellt ein sehr grosses Schädlingspotenzial für die Schweizer Gesellschaft und Landwirtschaft dar. Die Erkenntnisse über die Biologie, Ökologie und Bekämpfung dieses Insekts wurden zusammengefasst. Darüber hinaus wurden die Bedrohung für den Weinbau anhand erster Erfahrungen aus dem Tessiner Weinbaugebiet bewertet.

Behandlungen mit Drohnen, ein Überblick über die Frage
Pierre-Henri Dubuis & Christian Linder
Die Schweiz ist das erste europäische Land, das den Einsatz von Drohnen für Pflanzenschutzbehandlungen zugelassen hat. Eine 2024 durchgeführte Umfrage unter den Betreibern liefert interessante Informationen über die Einsatzbedingungen. Zwischen 2018 und 2024 durchgeführte Versuche zur Abdrift und Exposition der Anwohner im Weinbau, Obstbau und Ackerbau bieten eine solide Grundlage für eine genaue und objektive Bewertung der Risiken für Mensch und Umwelt. Im Bereich der Insektizidbehandlungen wird die Drohne seit 2022 zur Bekämpfung der Zikade Scaphoideus titanus getestet, die als Überträger der Goldgelben Vergilbung der Rebe gilt. Die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse dieser Versuche wurden vorgestellt.

Neue Modelle und Werkzeuge für den Pflanzenschutz
Pierre-Henri Dubuis & Christian Linder
Agroscope wird eine neue nationale Pflanzenschutzplattform namens Agrometeo+ entwickeln. Diese wird alle Risikoprognosemodelle und Überwachungsinformationen in einem einzigen Tool zusammenfassen. Die Plattform wird auch die Integration von Wetterstationen Dritter ermöglichen und eine individuelle Anpassung der Modellierungsergebnisse bieten. Das Projekt beginnt 2026 und die Inbetriebnahme ist für die Saison 2028 geplant. Eine Präsentation von BasePhyto, finanziert vom Kanton Waadt, wird es ermöglichen, sich mit diesem kostenlosen Entscheidungshilfetool vertraut zu machen, das Praktikern aus verschiedenen Bereichen der Landwirtschaft dabei hilft, Pflanzenschutzmittel zu finden, die an die Bedingungen und ihre Bedürfnisse angepasst sind.

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Schweizerische Oenologie-Tagung

Agrovina endete mit die önologischen Vormittage mit zwei Sessions ab, die eine Brücke zwischen Wissenschaft, Innovation und aktuellen Markttrends schlagen. Der erste Teil stand die Mikrobiologie ins Rampenlicht: Wie verändern sich Mikroorganismen vom Weinberg bis zum Wein? Wie lassen sich Gärungen sicher steuern? Und wie können unerwünschte Abweichungen verhindert werden? Die Referierenden gaben einen klaren und praxisnahen Überblick, gefolgt von einem Austausch, der die für Fachleute wirklich entscheidenden Fragen beleuchtet. Nach der Pause wechselte die Perspektive: Im Mittelpunkt stehen Produkte, Stilrichtungen und die Zukunft der Branche. Von den vielen Facetten des Chasselas über die Entwicklung von Schaumweinen und No/Lo-Getränken bis hin zu neuen Herstellungswegen – diese Session zeigt, was sich heute bewegt und was morgen frischen Wind bringen könnte. Ein abschliessender Austausch rundete einen dichten, inspirierenden und klar zukunftsorientierten Vormittag ab.